Hintergrund
Social Network I Auf Kontrastseite umschalten Schrift vergrößern Schrift verkleinern
27.03.2015 | Claudia Heber
Political Correctness - Wie gut sind Deutschlands Medien?
Journalist und Publizist Klaus Kelle zu Besuch in Erfurt
Nach einem spannenden Vortrag im Augustinerkloster diskutierten Vorstandsmitglieder des KA Thüringen mit Klaus Kelle in gemütlicher Runde u.a. über den Einfluss der Medien und die letzte Landtagswahl in Thüringen.  
Erfurt, Augustinerkloster - Es gibt Themen, die finden in den deutschen Medien einfach nicht statt, aber glücklicherweise gibt es das Internet. So oder so ähnlich könnte man die wichtigste Erkenntnis des Abends zusammenfassen. Klaus Kelle schilderte an vielen Beispielen wie die Medien funktionieren und warum bei vielen Menschen das Vertrauen in die Berichterstattung schwindet. 
Warum werden Forderungen aus dem kirchlichen oder konservativen Bereich zumeist mit dem Adjektiv "umstritten" versehen, Forderungen aus dem eher linken Lager dagegen als "Idee" oder "Vorschlag" bezeichnet? Warum taucht in den Hauptnachrichten keine Meldung auf, wenn 15.000 Jäger in NRW demonstrieren oder mehr als 2.000 Menschen gegen die Frühsexualisierung auf die Straßen gehen oder mehrere Tausend für den Lebensschutz marschieren? Wenn nicht mal 100 Menschen diese Demonstrationen stören, dann ist ihnen die mediale Aufmerksamkeit sicher.
Es ist kein Geheimnis, dass sich die Mehrzahl der Journalisten selbst als eher links einordnet. Das ist erst mal nicht verwerflich, auch wenn Journalisten damit nicht die derzeitigen politischen Mehrheitsverhältnisse in Deutschland eins zu eins abbilden. Es wird aber dann ein Problem, wenn das, was Journalisten eigentlich tun sollen, nämlich unabhängig zu berichten, nur noch begrenzt stattfindet. Kommentar und Berichterstattung vermischen sich oftmals. Die Presse greift damit unmittelbar in den politischen Willensbildungsprozess ein. Durch das Internet gibt es Zugang zu anderen Informationsquellen. Dort kann man sich über Themen informieren, die die Etablierten nicht aufgreifen.